Im Januar reisten SchülerInnen der Berufsfachschule nach Wien, um ihre Gemälde, Interpretationen von "Eduard Kosmack" und "Reinerbub" von Egon Schiele, in der Österreichischen Galerie Belvedere auszustellen. Es ist das größte Museum mit den meisten Besucherzahlen Österreichs. Und hier ausstellen zu dürfen ist in der Tat etwas Erstmaliges und etwas wirklich ganz Besonderes!

Der Empfang bei unserem Kooperationspartner im Oberen Belvedere war äußerst herzlich. Hier konnten die SchülerInnen endlich die Originale von Kosmack und Reinerbub betrachten. Zudem wurden sie fachkundig von den sehr kompetenten Kunstvermittlern Philipp und Barbara mit Insiderwissen zu den Werken versorgt. Der Höhepunkt für uns Stolberger Gäste war das Wiedersehen mit unseren nunmehr hier ausgestellten Bildern in diesem ganz besonders beeindruckenden Museum - dem Barockschloss Belvedere, der ehemaligen Sommerresidenz des Prinzen Eugen von Savoyen.

Im Leopoldmuseum erfuhren die Besucher aus Stolberg Interessantes zum Frühwerk Egon Schieles. Und dass es sich bei der Nacktheit in Schieles Werk eben nicht um sexuelle Obsession oder gar Pornografie handelt, sondern dass die Bilder von einer Rohheit, Reinheit geprägt sind, von einer gnadenlosen Direktheit, die fast weh tut. Für Egon Schiele war der menschliche Körper ästhetisches Material, wie seine Blumen, Landschaften, die er alle mit der gleichen Empathie und Leidenschaft behandelte.

Selbst in der beeindruckenden Albertina, unserem zweiten, gleich bedeutenden Kooperationspartner in Wien, fanden sich Blätter dieses Ausnahmekünstlers in den Prunkräumen. Mit Leidenschaft für Kunst wurden wir von der uns inzwischen bekannten, hoch gebildeteten und herzlichen Nadja souverän geführt. Wir erfuhren Beeindruckendes von den ehemaligen Bewohnern, den historischen Persönlichkeiten dieser prunkvollen Räume, über die wir in der Hofburg, im Sisi-Museum und in der Kapuzinergruft gehört haben. Wir sahen geheime, hinter Spiegeln verborgene Türen in der Albertina, die in eine unterirdische Stadt unter dem sichtbaren, oberen Wien führen. Wir bewunderten Werke von alten Meistern wie Dürer bis hin zu faszinierenden, modernen Künstlern Wiens, wie Gottfried Helnwein. Und dass ein Museumsbetrieb auch unter wirtschaftlichen Aspekten bestehen muss, beschäftigt unsere Berufsfachschüler seit mehr als einem Jahr. Wie schafft es ein Museum in diesen reizüberfluteten Zeiten, anscheinend nur am Chillen interessierte Jugendliche in seinen Bann zu ziehen? Mit modernen Medien! Und wer könnte diese neuen Ideen und Chancen besser ins Museum tragen als die Jugendlichen selbst?

Genau das hat hier stattgefunden! Nach der Erstellung und erster Erprobung eines Fragebogens für Jugendliche mit dem Ziel, Museen und Kunst für die Jugend interessant zu gestalten und uns allen zu erhalten. Genau wie Kunstformen auf der Bühne, denn unsere Gruppe verbrachte die Abende in der Wiener Staatsoper beim "Barbier von Sevilla" und im Ballett "Onegin". Zu viel Kunst und Kultur? Wohl kaum. Und wers nicht glaubt, der frage nach bei Ahmet, Celina, Elena, Eylem, Joana, Leon-Patrick, Luca und Romina aus dem BO96 und dem BO99.

WKH

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